Hochschuldidaktische Medialität: Soziale Arbeit über Literatur verstehen?

Das "Lernen aus Geschichten", wie es bei Baacke/Schulze (u. a. 1993) im Nachtrag der DGFE-Arbeitsgruppe "Wissenschaftliche Erschließung autobiographischer und literarischer Quellen für pädagogische Erkenntnis" entworfen wurde, gilt als eine Keimzelle erziehungswissenschaftlicher Biographieforschung (vgl. Ecarius 2018). In dieser hat sich ein breiter Diskurs um methodologische und methodische Fragen etabliert. Biographien werden in dieser Forschungsrichtung allerdings meist anhand von Interviews oder anderen Datenquellen aus dem Repertoire der qualitativen Sozialforschung in den Blick genommen (vgl. Koller/ Rieger-Ladich 2005). Die Auseinandersetzung mit literarischen Quellen ist hingegen ─ mit vergleichsweise wenigen Ausnahmen (wie z.B. Mollenhauer 2008 oder Oelkers 1985) ─ auf der Strecke geblieben. In jüngster Vergangenheit erfährt die Belletristik (die "schöne Literatur") in der Sozialen Arbeit eine neue Aufmerksamkeit (wie z.B. Winkler 2022). Streitbar bleibt: warum eigentlich? Die Öffnung zu einem ästhetischen Weltbezug irritiert, insbesondere, wenn eine wissenschaftliche Absicherung des sozialpädagogischen Denkens gefordert wird. Im Vortrag wird gefragt, warum es lohnenswert sein kann, sich in sozialpädagogischen Professionalisierungsprozessen von anderen Quellen als den eigenen Theorien inspirieren, vielleicht sogar provozieren zu lassen.

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Keywords: Fiktion, Kindheitspädagogik, Literatur, Biografieforschung, Medialität, Sozialpädagogische Professionalisierung, Belletristik, Sozialforschung, Ästhetik, Poesie


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